
Er stammt aus Bolivien, ist mit einer Harburgerin verheiratet, lebt in Eißendorf und hatte schon in seiner Jugendzeit ein Faible für die Deutschen:
Julio Aspiazu, promovierter Diplom-Physiker und Geschäftsführer der pirAMide Informatik GmbH, seit 2008 mit Sitz im hit-Technologiepark Hamburg. Das große A im Firmennamen steht für Aspiazu, das große M für Möller.
Der Diplom-Informatiker Dirk Möller ist ebenfalls Geschäftsführer und quasi der Architekt des „business managers“ (siehe Kasten), den pirAMide gemeinsam mit dem Vertriebspartner PSC team jetzt im Rahmen eines Zukunftstages am Tempowerkring vorstellte.
Die Geschichte, wie es zu der Unternehmung kam, liest sich spannend.
Aspiazu: „Mein Vater legte immer Wert darauf, dass ich etwas von Physik mitbekam. Er erzählte mir von Heisenberg und Einstein. Und ich dachte: Ein tolles Volk, die Deutschen – die muss ich kennenlernen.“
Physikstudium in Hamburg
Mit 16 Jahren verließ er erstmals Bolivien und kam für ein Jahr nach Deutschland: „Todtenhausen bei Minden. Da gab es eine Kirche, eine Bäckerei, eine Schule und einen Polizisten mit Homeoffice. Zu dem wurde ich gebracht und dachte: Hilfe, warum muss ich zur Polizei!? Aber die Familie war toll. Sie hatten zwei Kinder in meinem Alter. Damals habe ich Deutsch gelernt.“ Wenige Jahre später kam Aspiazu wieder nach Deutschland – über den akademischen Austauschdienst.
1974 begann er in Hamburg sein Physikstudium, schob für die Quantenphysik ein Jahr Paris ein und machte als Mitarbeiter der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) seinen Doktor in der Schweiz. 1988 machte sich der heute 54-Jährige selbstständig und begründete die Deutschland-Niederlassung einer norwegischen Software-Firma.
Er erinnert sich: „Damals merkte ich sehr schnell, dass die Verwaltung von Daten und Kontakten ein Problem ist. Ich lernte viele Menschen kennen undkonnte mir im Gedächtnis nicht mehr alles merken.“ Also entwickelte Aspiazu für sich persönlich eine kleine Adressenverwaltung inklusive Kontaktmanagement.
„Als ein Vertriebsmann einer Partnerfirma das bei einem Termin sah, sagte der: ‚Oh, du hast ja ein VIS!’ VIS?
Dieses deutsche Wort kannte ich noch nicht. Aber: Er meinte ein Betriebsinformationssystem. Und das wollte er unbedingt auch haben.“ Das Besondere an dem Programm:
Aspiazu hatte ein Feld eingebaut, in dem persönliche Informationen über den jeweiligen Geschäftspartner notiert werden konnten. Er sagt: „So wusste ich auch nach einem Jahr noch, dass Herr X ein Vegetarier ist. Also ging ich mit ihm in ein vegetarisches Restaurant.
In Südamerika ist es selbstverständlich, dass man Kunden und Partner zuvorkommend behandelt.
Diese Kultur habe ich übernommen und mit deutscher Technologie verbunden.“ Folge: 1996 gründeten Aspiazu und Möller eine gemeinsame Firma – quasi ein Familienunter-nehmen, denn beide sind über ihre Frauen miteinander verschwägert.
Möller verpasste dem Grundsystem eine völlig neue Architektur. Vier Jahre lang wurde das VIS immer weiterentwickelt. 2006 wurde dann schließlich die strategische Partnerschaft mit dem PSC team begründet. Hier sitzen die Vertriebs-und Marketingexperten. Und so wurde aus dem VIS mit Codenamen „Elwis“ (Eierlegende Wollmilchsau) schließlich 2007 der „business manager“, für den derzeit bundesweit geworben wird.
Wolfgang Becker
Harburger Anzeigen und Nachrichten / business & people
Er raucht nicht, macht nie Pause, arbeitet rund um die Uhr, verlangt weder Urlaubs- noch Weihnachtsgeld und hat nie Widerrede:
Der „business manager“ (bm) ist also ein fleißiger Mitarbeiter, sagt Julio Aspiazu. Voraussetzung ist ein Internetanschluss: Über das weltweite Datennetz loggt sich der Nutzer per Passwort in den „business manager“ ein und hat nun Zugang zu allen seinen Daten. Die liegen entweder zentral gesichert (und täglich zweimal gespiegelt) in einem Rechenzentrum oder auf Wunsch auf einem eigenen Server.
Alle Nutzer einer Firma haben Zugriff zu demselben Daten-Pool. Über den bm werden folgende Themen abgebildet: Terminplanung, Kundendatenverwaltung, Korrespondenzverwaltung mit Kunden und E-Mail-Verwaltung, Wissensdatenbank und Produktverwaltung.
Außerdem hat der bm ein integriertes Mail- System. Ganz neu ist das integrierte Finanzmodul. Dirk Möller: „Von der Akquise bis zur Fakturierung können wir den ganzen Vorgang abrufen. Außerdem bietet der bm eine Vertriebsdokumentation – vom Erstkontakt bis zum Vertragsabschluss mit allen Daten und Dokumenten.“ Es gibt Kunden, die haben über den bm an die 200 Mitarbeiter vernetzt.
Aspiazu: „Das Programm eignet sich aber auch für den Handwerker, der allein unterwegs ist. Ich bin an jedem Ort zu jeder Zeit in der Lage, mich über alle geschäftlichen Dinge zu informieren. Ein Riesenvorteil.“
Kosten: 50 Euro pro Nutzer und Monat. Und: Die Darstellung im Internet kann auf die eigene Firmen-Optik (Corporate Identity) abgestimmt werden. Sogar eigene Formulare und Briefköpfe können hinterlegt werden.
Der bm basiert auf der IBM Datenbank-Software „Informix“ und ist von IBM mittlerweile ausgezeichnet und zertifiziert (Ready for IBM Informix Dynamic Server) worden. Ist das Datenwerk perfekt gepflegt, kann es sogar jederzeit Auskunft über die Liquidität, den Umsatz und das Ergebnis geben, sagt Friedhelm Penning vom PSC team in Hittfeld.
Per i-phone ist der bm leicht zu bedienen und passt in jede Hosentasche. Penning ist sicher: „Das ist die Zukunft!“
Hier können Sie sich den gesamten Artikel als pdf-Dokument herunterladen [bitte klicken]